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Proliferationstherapie

Die Proliferationstherapie (ursprünglich auch als Sklerosierungstherapie bezeichnet) ist ein Injektionsverfahren, das die Rehabilitation von nicht richtig funktionierenden Bändern und Sehnen einleiten, begünstigen und dynamisieren kann.

Dieses in den USA entwickelte Verfahren stellt eines der besten Schmerztherapiekonzepte für instabile Gelenke und Gelenkdegeneration dar, da es an der Wurzel des Schmerzproblems ansetzt. Hierbei soll nicht nur der Schmerz bekämpft, sondern das Gelenk wieder regeneriert werden. Bei den meisten Schmerztherapiekonzepten wird der Schmerz lediglich unterdrückt. Um dieses Ziel zu erreichen werden Gelenke vielfach ruhig gestellt und mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Bei der Proliferationstherapie wird der umgekehrte Weg eingeschlagen, da erst durch das Setzen eines Reizes die Regeneration einsetzt.

So wirkt die Proliferationstherapie

Durch ein spezielles Injektionsverfahren wird eine Lösung aus Traubenzucker und einem lokalen Betäubungsmittel an die veränderten und instabilen Bänder, Gelenkkapsel oder Sehnen gespritzt. Dadurch wird über zwei Wege der Regenerationsprozess eingeleitet. Einerseits reizt die Injektionssubstanz diese Strukturen, andererseits wird aber auch durch die Nadel selbst ein Verletzungsreiz ausgelöst. Beides löst einen Entzündungsprozess aus, an dessen Ende die Regeneration steht. Es kommt zur Stimulation von sog. Fibroblasten, die Wachstumsfaktoren frei setzen, die wiederum den Wundheilungsprozess starten. Dadurch wird neues Kollagen gebildet, das einen Grundbaustein des Gelenksystems darstellt. Dieses neu gebildete Kollagengewebe macht die Bänder, Sehnen oder Gelenkkapsel wieder stabiler, was gleichzeitig zu einer verbesserten Funktion führt.

Ohne Kollagen keine Regeneration!

Es kann aber auch eine positive Wirkung auf den Gelenkknorpel festgestellt werden. Patienten berichten in über 85% der Fälle von einer deutlichen Schmerzreduktion auch im Gelenk. Hierüber liegen jedoch zurzeit noch keine ausreichenden Forschungsergebnisse vor.

Bei diesen Erkrankungen kann die Proliferationstherapie helfen

Schmerzen der Lendenwirbelsäule durch:

  • immer wieder auftretende Fehlstellungen
  • Arthrose der kleinen Wirbelgelenke
  • Schmerzen nach Unfällen oder Operationen an Gelenken oder der Wirbelsäule
  • laxe Bandstrukturen der Lendenwirbelsäule und des Kreuz-Darmbein-Gelenkes mit rezidivierenden Blockierungen

Schmerzen der Hals- und Brustwirbelsäule durch:

  • permanente Fehlhaltung
  • zu geringe tägliche Bewegung mit dadurch bedingter Muskelverkümmerung
  • häufige Fehlbelastungen und dadurch entstehendes Ungleichgewicht der Muskulatur
  • Unfallfolgen mit Schädigung d. Bänder, die zu Instabilität eines Wirbelsäulenabschnittes führen

Hilfe für Skoliose-Patienten:

  • die häufig vorhandenen ständigen Schmerzen durch Arthrose der kleinen Wirbelgelenke im Skoliosescheitel der Skoliose

Hilfe bei Fehlhaltung und Haltungsschäden:

  • hierdurch kommt es zur Fehlbelastung und Überbelastung von Band- u. Gelenkstrukturen, aber auch schmerzhaften Muskelverspannungen. Dadurch Arthrosebildung und Schmerzentwicklung.

Hilfe für das verletzte Knie:

  • nach Verletzungen anhaltende Schmerzen der Gelenkkapsel und der stabilisierenden Bänder

Schmerzen bei Kniearthrose

Umknicken und seine Folgen:

  • nach Umknicken häufig anhaltende Instabilitäten mit Reizung des Kapsel- Bandapparates am Sprunggelenk. Dadurch auch Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Schulterschmerzen als Folge von Instabilitäten oder Arthrose:

  • nach einer Verletzung der Schulter mit Instabilität, die nicht erfolgreich operiert werden kann, kann die Proliferationstherapie zur Verbesserung d. Funktion führen.
  • degenerativ veränderte Sehnenansätze

Tennis- und Golferellenbogen

Ist die Proliferationstherapie gefährlich?

Bei richtiger Injektionstechnik und durch Verwendung einer harmlosen Substanz (Traubenzuckerlösung und Lokalanästhetikum) gibt es keine Gefahren. Allergien gegenüber dem Lokalanästhetikum sollten jedoch ausgeschlossen werden.
Lediglich bei inkorrekter Spritzentechnik besteht die Gefahr, das Nerven oder das Rückenmark getroffen werden. Dies kann zu schmerzhaften Reizzuständen über bis zu 6 Wochen führen. Normal dagegen ist ein kurzfristiger Reizzustand über 1-2 Tage an der Injektionsstelle.

Bin ich auch ein Kandidat für die Proliferationstherapie?

Selbst-Check Proliferationstherapie

Wenn Sie wissen möchten, ob die Proliferationstherapie als Therapieoption für eines Ihrer Gelenke hilfreich sein könnte, dann beantworten Sie für sich folgende Fragen:

  • Machen manche Ihrer Gelenke bei Bewegung Geräusche oder laufen nicht „rund“?
  • Helfen bei Ihren Beschwerden Therapien wie Massage, Akupressur, Shiatsu, Reflextherapieverfahren u.a. nur vorübergehend?
  • Hilft Ihnen Chirotherapie oder Osteopathische Therapie nur vorübergehend?
  • Haben Sie immer wieder das Gefühl, ein Gelenk sei blockiert und lasse sich nicht mehr regelrecht bewegen?
  • Leiden Sie beim Aufstehen unter „Morgensteifigkeit“ und Anlaufsteifigkeit, die nach einigen Bewegungen nachlassen?
  • Kommt es nach körperlichen Belastungen zu Gelenkschwellungen?
  • Verstärken minimale Erschütterungen, wie z.B. das Fahren auf holprigen Straßen, Ihre Schmerzen?
  • Können Sie nicht länger als 30 Minuten schmerzfrei gehen, sitzen oder stehen?
  • Bereitet Ihnen das Aufstehen aus einem tiefen Sitzmöbel Schmerzen?
  • Haben Sie eine Gelenksoperation hinter sich, die Ihr Beschwerdebild nicht wesentlich gebessert hat?

Wenn Sie mehr als zwei Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, liegt bei Ihnen mit großer Sicherheit auf einer oder mehreren Ebenen eine Gelenkirritation vor, die mit Proliferationstherapie erfolgreich behandelt werden könnte. Dann sollten Sie Ihr Problem mit uns besprechen.